Geschichte der Storchenstation
Wiederansiedlung des Weissstorchs in der Schweiz
1955 galt der Weissstorch Ciconia ciconia in der Schweiz als ausgestorben – vor allem wegen zerstörter Feuchtgebiete und Jagd entlang der Zugrouten und in den Überwinterungsgebieten. Der Solothurner Turnlehrer Max Bloesch initiierte daraufhin ein Wiederansiedlungsprojekt und liess Störche aus Algerien in die Schweiz bringen.
In Altreu entstand das erste Zuchtgehege, gefolgt von 23 Aussenstationen im ganzen Land. Eine davon wurde in Mörschwil gegründet, wo seit 1981 Markus Boschung die Betreuung der Tiere übernahm.
Seither haben sich die Störche erfolgreich in der Schweiz etabliert.

Bau der Storchenstation in Mörschwil
Nach der feierlichen Einweihung der neu erstellten Anlage mit einem Dorffest im Jahr 1981 entwickelte sich die Storchenstation beim Schloss Watt rasch zu einem beliebten Ort für Besucherinnen und Besucher.
Trotz der für Störche nicht optimalen Höhenlage von 610 Metern vermehrten sie sich erfreulich.
Zeitweise lebten bis zu zwölf Paare gleichzeitig in der Anlage und auf den naheliegenden Gebäuden vom Schloss Watt und zogen jeweils mehrere Jungvögel gross. Insgesamt sind so dutzende Störche in Mörschwil aufgewachsen.
Renaturierung über Jahre
Gleichzeitig wurde in der Gegend der Lebensraum durch gezielte Massnahmen aufgewertet: Es entstanden neue Hecken,
naturnahen Wiesen und Feuchtgebiete – auch viele andere einheimischen Tiere profitierten davon.
Abwanderung der Störche
1997 wurde die Zufütterung der Störche eingestellt, um ihre natürliche Lebensweise zu fördern.
In der Folge zogen sich die Störche ins nahe Rheintal zurück, wo die klimatischen Bedingungen dem Storch eher entsprachen.
Die Station diente danach vor allem als Auffangstation für verletzte und geschwächte Greif- und Schreitvögel und der Haltung von Dauerpfleglingen.
Zukunftsprojekt und Vision
Wir möchten die Storchenstation Mörschwil als lebendigen Ort für Natur- und Artenschutz weiterentwickeln und nachhaltig stärken. Geplant ist ein Ausbau der Anlage für eine attraktive und artgerechte Tierhaltung sowie die Weiterentwicklung des Naturlehrpfads. Ergänzend fördern wir die Falknerei als Weltkulturerbe und Teil eines ganzheitlichen Naturerlebnisses.
Unsere Vision ist es, Menschen für die Natur zu begeistern, Wissen zu vermitteln und ein Bewusstsein für den respektvollen Umgang mit unserer Umwelt zu schaffen – heute und für kommende Generationen.